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„Es gehört Mut dazu“ oder Molke als Alternative zum Kupfer Im ökologischen Anbau von Wein (sehe auch Hopfen, Obst, teilweise Gemüse) ist das Schwermetall Kupfer als Pflanzenschutzmittel gesetzlich zugelassen und wird verwendet. Das ist ungesund und für Ökobauern sollte dies inakzeptabel sein. Denn Kupfer kann nur schwer im Boden abgebaut werden. Deshalb befürworten wir eine drastische Reduktion von Kupfer. Aber mit Molke ist auch ein völliger Verzicht möglich. Das wirtschaftliche Risiko ist dabei eine Mengenreduktion von 5-10%.
Seit 2003 setzen wir auf unseren ca.20 ha kaum noch Kupfer ein zur Bekämpfung des echten und falschen Mehltaus. Die ökologische Anbauverordnung erlaubt 3 kg Kupfer pro Jahr und Hektar. Statt der erlaubten 300 kg für 20 ha in den vergangenen fünf Jahren, haben wir mit 7 kg insgesamt nur 2% der zulässigen Menge eingesetzt. Meine Alternative ist Molke als ein altes natürliches Pflanzenschutzmittel. Entscheidend ist dabei das Mischungsverhältnis. Molke ist ein „Abfallprodukt“ aus Käsereien und wird seit dem Mittelalter erfolgreich eingesetzt. Seit dem Einsatz von Molke müssen wir auch bedeutend weniger Schwefel spritzen. Zudem schützen wir mit verschiedenen Kräuterjauchen die Pflanzen und fördern deren gesundes Wachstum. Diese Kräuterjauchen werden aus Zwiebelschalen, Brennnessel, Schachtelhalmen und verschiedenen Farnen hergestellt. Das Mulchen sorgt für eine weitere sinnvolle Nährstoffzufuhr in unseren Böden. Ebenso die Bodenbegrünung sowie die biologische Zusatzdüngung mit Hornmist und -kiesel. Ich habe sehr gute Erfahrungen in meinem nicht subventionierten Feldversuch (weltweit der größte bisher bekannte Freilandversuch) mit Molke gemacht. Deswegen ist klar: Ich befürworte das EU-Verbot für Kupfereinsatz im Weinbau. Kupfer ist ein schädliches Schwermetall, welches langfristig den Boden und dessen Fruchtbarkeit schädigt. Aber: Es gehört Mut dazu. „Als Biowinzer sage ich Nein zum Pheromon rak1“
Den "Einbindigen und Bekreuzten Traubenwickler", bekannt auch als Heu- und Sauerwurm mag keiner im Weinbau. Denn er zerstört Trauben und Blätter. Aber seit Jahren sind wir ohne nennenswerten Befall. Seit mehr 10 Jahren propagiert die BASF das Pheromon rak1 (Sexuallockstoff als so genannte Biotechnische Schädlingsbekämpfung,) als Pflanzenschutzmittel speziell gegen den Einbindigen Traubenwickler. Die erfolgreich erprobte ökologische Alternative nennt sich Bazillus Thuringiensis ( http://www.oekolandbau.rlp.de/ ). Er ist bedeutend billiger und wird aber nur auf Nachfrage eingeräumt. Die Alternative erfordert einen höheren Arbeitsaufwand und ist nicht so bequem einsetzbar wie die Pheromone. Fast alle meiner ökologischen und konventionellen Kollegen hängen sich das Pheromon in ihren Wingert. Ich verweigere den Einsatz und sage warum:
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